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Spaniens Pyrenäen und Steppen Aragons

Sa 17. Mai - So 25. Mai 2008
 

 

Im Valle de Hecho kann regelmässig der Bartgeier (rechts) beobachtet werden.


Die Pyrenäen sind ein vom Atlantik zum Mittelmeer in Richtung West-Ost verlaufendes, südeuropäisches Hochgebirge, das die Grenze zwischen Frankreich und Spanien bildet und sich nach Westen im Kantabrischen Gebirge fortsetzt.

Vor allem im mittleren und westlichen Bereich bilden die Pyrenäen eine ausgeprägte Wetterscheide, mit heiss-kontinentalem, trockenem Klima auf der spanischen Südseite und kühl-feuchtem Klima auf der französischen Nordseite. Der Osten der Pyrenäen ist dagegen beidseitig von Mittelmeerklima geprägt.



Weihrauchwacholder (Juniperus thurifera)

  Die höchsten Berge der Pyrenäen erreichen über 3000 m ü. M. und sind von ewigem Schnee bedeckt. In der alpinen Stufe wird verbreitet Alpwirtschaft betrieben.

Unser Reiseziel ist die spanische Seite der mittleren und westlichen Pyrenäen mit ihrem ausgedehnten Vorland. Die erste Wochenhälfte verbringen wir in den bergigen Gebieten. Die montane Stufe ist in Südexpositionen von Waldföhre, Weihrauchwacholder sowie der Steineiche geprägt, in Nordexpositionen stockt die Buche. Wir werden bis in den obersten montanen Bereich kommen, wo dann zunehmend die äusserst robuste Hakenkiefer zu dominieren beginnt. Wir werden über den gesamten Höhengradienten eine grosse Vielfalt an Blütenpflanzen zu sehen bekommen.

Die tieferen Lagen (bis etwa 1000 m ü.M.) sind geprägt durch Flaumeichen, Steineichen und, je tiefer wir kommen, desto stärker werden auch die mediterranen Einflüsse. Oliven und Mandeln werden hier angebaut.


Äusserst spannend sind auch die von grosser Trockenheit geprägten Steppengebiete des südlichen Pyrenäenvorlandes. Heute sind die meisten dieser Flächen bewässert und werden für Getreidebau genutzt. Nur wenige Steppeninseln sind übrig geblieben, weisen aber noch immer eine typische Fauna auf mit Dupontlerchen, Spiess- und Sandflughuhn, Zwergtrappen und einem letzten Bestand von etwa 60 Grosstrappen. Überraschend sind die dort hochwachsenden Büsche des Weihrauchwacholders (Juniperus thurifera).



 

Dupontlerche (Foto: Ueli Rehsteiner)

Die spanischen Pyrenäen und ihre Vorgebirge sind wohl die greifvogelreichste Region Europas. Von Bart- und Gänsegeiern brütet mindestens die Hälfte des europäischen Bestandes in den spanischen Pyrenäen (u. a. rund 5'000 Paar Gänsegeier!), und auch Schmutzgeier sowie Zwerg- und Schlangenadler sind häufige Erscheinungen.

Zu den merkwürdigsten und interessantesten Tieren der Pyrenäen gehört zweifellos der Pyrenäen-Desman (Galemys pyrenaica), eine ans Wasserleben angepasste Maulwurfsart. Er besiedelt vorwiegend kleinere Bäche in mittleren Höhenlagen und ist als Tertiärrelikt endemisch für die Pyrenäen und einige weitere Gebirge in Nord- und Zentralspanien. Leider wird es kaum möglich sein, diesen kleinen, überwiegend dämmerungs- und nachaktiven Gesellen zu beobachten. Gelegentlich verrät er seine Anwesenheit aber durch Kot, den er typischerweise auf Steinen in der Mitte des Baches absetzt.

Wie immer werden wir auf unserer Reise von lokalen Kennern begleitet und die Brücke zwischen Artenvielfalt und Landnutzung schlagen. Besonders interessant sind die traditionellen Nutzungsmuster des Berglandes.

Reiseprogramm:

Samstag, 17.05.08: 
Flug Zürich Barcelona (Abflug: 12.15h, Ankunft: 14.00h), Busfahrt via Lleida nach Tremp am Südfuss der Pyrenäen. Übernachtung.

Sonntag, 18.05.08: 
Weiterfahrt nach Serradell, einem kleinen, traumhaft gelegenen Bergdörflein. Erkundung der artenreichen Kulturlandschaft (Pflanzen, Vögel, Tagfalter). Rückkehr nach Tremp, Übernachtung.



Das kleine Bergdorf Fragén liegt mitten in einer strukturreichen Kulturlandschaft.
  Montag, 19.05.08:
Abfahrt via Ainsa Broto nach dem Bergdorf Fragén. Besuch des Dorfes (Agroturismus-Projekt), Erkundung der Umgebung. Anschliessend Weiterfahrt nach Jaca. Übernachtung.

Dienstag, 20.05.08:
Besuch der Auen am Rio Aragon bei Santa Cilia. Weiterfahrt nach San Juan de la Peña, wo sich wunderschön fliegende Gänse-, Schmutz- und manchmal auch Bartgeier beobachten lassen. Anschliessend besuchen wir das alte Kloster von San Juan de la Peña, einer der kulturell bedeutendsten Stätten der Provinz Aragon. Besuch bei einem Bauern mit Pyrenäen-Kühen. Rückkehr nach Jaca, Übernachtung.
Mittwoch, 21.05.08:
Valle de Hecho: Fahrt von Jaca nach Hecho, unterwegs Besichtigung eines Gänsegeierhorstes. Erkunden des Kulturlandes im Valle de Hecho. Besichtigung des alten Dorfes mit seiner kulturgeschichtlich wichtigen Kirche. Übernachtung in Hecho.

Donnerstag, 22.05.08:
Valle de Hecho: Wanderung in der subalpinen und alpinen Stufe ein hervorragender Ort, um Bartgeier, aber auch zahlreiche andere Greifvögel wie Schlangenadler zu beobachten. Auch Pyrenäen-Gemsen und Murmeltiere sind häufig. Rückkehr nach Hecho, Übernachtung.

Freitag, 23.05.08:

Abfahrt Richtung Steppengebiet Los Monegros. Erkundung von Los Monegros (u. a. Dupont-Lerche, Zwerg- und mit viel Glück Grosstrappen, Flughühner, Rötelfalken; Steppenvegetation). Übernachtung in Bujaraloz.

  

Dornfussechse (Acanthodactylus erythrurus).


Akanthusblättrige Eberwurz (Carlina acanthifolia).
  Samstag, 24.05.08:
Besuch des Steppenreservats El Planerón südlich des Ebro und des ehemaligen Kleinstädtchens Belchite (im spanischen Bürgerkrieg zerstört). Weiterfahrt nach Caspe, Übernachtung.

Sonntag, 25.05.08:
Abfahrt nach Barcelona, Rückflug nach Zürich. (Abflug: 14.45h, Ankunft: 16.35h)




Reiseleitung: Dr. Willy Schmid, Agronome, und Patrik Wiedemeier, Zoologe
Lokale Führer: Diverse.
Teilnehmerzahl: max. 15
Übernachtungen: Doppelzimmer in Hotels
Pauschalpreis: 3'150.- Fr. (exkl. Getränke)
Anmeldeschluss: 31. März 2008
Auskünfte: Dr. Willy Schmid, Bielweg 15, 5107 Schinznach Dorf
Telefon: 056 443 40 15
e-mail: reisen@naturatours.ch
Anmeldung: mit ausgedrucktem Anmeldetalon (PDF: 777kB) per Post an:
Dr. Willy Schmid, Bielweg 15, 5107 Schinznach Dorf
Reisebedingungen: allgemeine Informationen und Haftungsbestimmungen

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Letzte Änderung: 27. November 2007