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Impressionen Estland 2003

Text: Anna Stäubli
Bilder: Willy Schmid, Jacques Studer, Anna Stäubli, Patrik Wiedemeier

Ameisenwald bei Kiidjärve.
Ants-Johannes Martin, der estnische Ameisenspezialist, schildert die hohe Sozialisierung dieser Insekten. Mutter- und Tochterkolonien, die sich über Strassennetze zu Superkolonien verbinden und durchaus auch "Krieg" gegen andere Staaten führen. Ebenso spannend das Beispiel des Ausgenutzt-Werdens durch Parasiten, die Ameisen mit narkotischen Substanzen davon abhalten, sie zu bekämpfen ("Drogenprobleme" sind im Tierreich nicht unbekannt). 

Suur-Munamägi.
Aussicht vom höchsten Berg Estlands. Trotz der geringen Höhe (318 m ü.M.) überblickt man den ganzen Südosten Estlands bis hinüber nach Russland. Der Übergang der beiden Länder ist fliessend, die Beziehungen der Esten zu den Russen jedoch nicht ganz konfliktfrei. Die lange Besatzungszeit hat ihre Spuren hinterlassen.

Uue-Saaluse - der Biobauernhof von Agu und Helge.
Die ersten Biopioniere in Estland gründeten bereits Anfang der 90er Jahre eine eigene Organisation und legten Richtlinien fest. Trotzdem wird erst 4% der landwirtschaftlichen Fläche (1 Mio. ha) Estlands biologisch bewirtschaftet. Der Absatzmarkt ist schwierig und die Betriebe klein. Hoffnung bringt der Beitritt zur EU.


Das Hochmoor von Endla.
Farbenprächtig präsentiert sich die Seenlandschaft unter den Gewitterwolken und eine Vielfalt von Gerüchen verrät das Torfmoor. Moose und Zwergsträucher dominieren die Pflanzenwelt, aber auch der im Licht glitzernde Sonnentau zieht das Auge an. 

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis).
Eine der vielen Attraktionen im Moor. Geduldige Besucher werden mit Beobachtungen quer durch die Tierwelt verwöhnt, neben einer Vielzahl von Vögeln (unter anderem Kraniche und Seeadler) zum Beispiel auch mit dem Moorfrosch oder der Kreuzotter.

Matsalu-Naturpark.
1957 als international bedeutsames Reservat für Zug- und Brutvögel gegründet, haben sich die Aktivitäten bis heute laufend ausgeweitet. Auch in Estland ist die Erhaltung der alten Kulturlandschaft nicht mehr selbstverständlich. Es braucht die Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft.

Bootsfahrt durch die riesigen Schilfflächen.
Der Rohstoff "Schilf" wird immer noch für Dächer verwendet, allerdings nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher. Neue Nutzungsformen sind nötig, um die riesigen Flächen in der Matsalu-Bucht eindämmen zu können. Schottische Hochlandrinder?

Bootsfahrt durch die riesigen Schilfflächen.




Gut ausgerüstet der Tier- und Pflanzenwelt auf der Spur.
Airi und André beim Bestimmen eines Schmetterlings.


Landkärtchen


Biobetrieb bei Kipi.
Der Grauschnäpper unter dem Dach des Wohnhauses zeugt schon von naturnaher Landwirtschaft. Weitere schöne Beispiele sind die endlosen Trockenmauern, zu deren Erhaltung die Landwirte staatliche Ausgleichszahlungen erhalten. Die Vielzahl der Mäuerchen erklärt sich damit, dass sie die Äcker und Wiesen vor dem frei herumlaufenden Vieh zu schützen hatten.


Pferdefarm bei Koruse.
Die estnische Pferderasse - kleine, sehr robust wirkende Tiere. Sie verbringen das ganze Jahr draussen und kommen mit den kargen Gegebenheiten gut zurecht. Eine Spezialisierung des Betriebes auf Nischenprodukte bedeutet auch in Estland bessere Chancen, einen Landwirtschaftsbetrieb halten zu können.

Dolomedes fimbriatus (Jagdspinne).
Aufgescheucht beim Besuch des Viidumae-Naturreservats. Hier haben wir auch Spuren von einem in Estland weit verbreiteten, aber leider scheuen Tier, dem Elch, gesehen. An der Form der Exkremente kann man das Geschlecht des vorbeigewanderten Tieres bestimmen (runde deuten auf ein Männchen hin, zylindrische auf ein Weibchen).

Plattbauch-Libelle


Pechnelken-Wiese (Silene viscaria).


Waldwiese in Viidumae.
Die Mehrfachnutzung der Waldwiesen (Heu, Holz, Nüsse, Pilze, Beeren, etc.) führte zu einem Nebeneinander von unterschiedlichsten Lebensräumen und damit zu einer grossen Artenvielfalt. Seit die Nutzung nicht mehr rentabel ist, werden Naturparks zur Aufrechterhaltung dieser "Wohlfühllandschaft" eingerichtet.


Eichenwald bei Kuressaare.
Die knorrigen, alten Bäume lassen Märchenstimmung aufkommen.

Das Dorf-Museum Koguva auf Muhu.
Das Freilichtmuseum zeigt eindrücklich, wie die Grossfamilien auf dieser estnischen Insel vor noch nicht allzu langer Zeit gelebt haben. 
Wie in Finnland hat die Sauna in Estland eine lange Tradition, wobei der gut beheizbare Raum neben der Funktion als Waschraum auch als Gebärstation gebraucht wurde.

Kleinseggenried bei Üügu Pank.
Artenreiches Davallseggenried in der Nähe der Küste.


Trauerseeschwalbe.
Sie begleitete uns während der Überfahrt mit der Fähre von Saaremaa zurück auf das estnische Festland
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Letzte Änderung: 21. November 2003